Skoliose

Neben der klinischen Tätigkeit werden die Erfahrungen regelmäßig sowohl in Deutschland als auch in Ausland im Rahmen von Fortbildungen gesammelt und ausgetauscht, bzw. Therapieplanen und Konzepten werden regelmäßig mit anderen erfahrenen Kollegen ausgetauscht.

Was ist eine Skoliose?

Dr. med. Mark Köszegvary

Dr. med. Mark Köszegvary

echte/strukturelle Skoliose ist eine 3-Dimensionale Verformung der WS (eines oder mehrer Abschnitte der WS)

aktiv lässt sich nicht aufrichten

Seitverbiegung/Fehlrotation/ Profilstörung / Torsion und Keilförmige Veränderung der Wirbelkörper

Langfristig führt zur Deformierung des Brustkorbes

80-85% der Skoliosen ist idiopathisch / ohne Grunderkrankung, diese muss zuerst ausgeschlossen werden / multifaktorielle, genetische Komponente stehen im Hintergrund / familiäre Häufung / Zwillinge

Häufigkeit (Prävalenz) bei Schulkindern bis zum 16. Lebensjahr etw. 1-2% der Bevölkerung, dann Steigerung der Häufigkeit auf 8% bis zum 25 Lebensjahr (diese werden in mehreren internationalen Studien belegt)

Wachstumsdeformität / stärkste Verschlechterung ist während des Wachstums zu erwarten

Risiko für Verschlechterung der Skoliose zeigt einen klaren linearen Zusammenhang mit dem Skoliosegrad im Zeitpunkt der Ersterkennung der Skoliose / z.B. 30° Skoliose als Ausgangswert hat ein Risiko für Verschlechterung der Krümmung von etw. 80%

schwere Skoliosen über 70° haben eine Häufigkeit von etw. 0,01%

Seltene Krankheit / nur sehr wenige Skoliosen müssen operiert werden

Geschlechtsverteilung / Zusammenhang mit Kurvenausmaß / über 30° Skoliose sind Mädchen etw. 8-10X häufiger betroffen °!234 hang mit is zum 16. Lebensjahr etw. 1-2%ekund

Unterschied von skoliotischer Fehlhaltung, hier ist die Krümmung ausgleichbar (hier stehen andere Erkrankungen in dem Hintergrund, die Skoliose ist sekundär)

Diagnose und Verlaufskontrolle

Dr. med. Mark Köszegvary

Dr. med. Mark Köszegvary

Wem fällt die Skoliose im Regelfall auf?: Eltern und Kinderarzt im Rahmen der regulären Untersuchungen

Was kann zu Hause klinisch auffallen?:

Rumpfasymetrie : Lotüberhang, asimmterische Taillendreiecke, Schulter-, Beckenschiefstand

Fehlrotation: Rippenbuckel, Lendenwulst

Bei Auffälligkeiten umgehende Vorstellung beim niedergelassenen Orthopäden für weitere Diagnostik, ggf. Therapie

Während der Pubertät kann Skoliose leicht übersehen werden / Eltern sehen die Kinder nicht mehr unbekleidet / die Kinder schließen die Tür des Badezimmers zu

Ärztliche Diagnostik

Anamnese / Geschichte des Patienten / Verlauf der Deformität

Klinische Untersuchung / Inspektion / Funktion/Rigidität der WS / Vorneigetest um einen Rippenbuckel oder Lendenwulst zu erkennen / mit Skoliometer kann die Fehlrotation der WS gemessen werden

Bildgebende Diagnostik / stehende Rö-GWS in 2E , bei der Erstdiagnostik kann darauf nicht verzichtet werden / anhand dieser Bilder wird die Skoliose eingeteilt, der Ausmaß der Krümmung wird in “Cobb-Grad” angegeben / weitere Therapie folgt aus dieser Untersuchung

Bei Verdacht auf Fehlbildungen der WS ggf. MRT und/oder CT-Untersuchung /diese in meisten Fällen erst nach Vorstellung beim Skoliose-Spezialisten bei Planung evt. Operation

Verlaufskontrolle bei idiopathischen Skoliosen im Wachstumsalter alle 6 Monate zu Hause / regelmäßiges(jeden Monat) Messen sowie Dokumentation der Körpergröße stehende Rö-GWS und Vergleich mit den letzten Untersuchungen / Progression?

Ggf. mit Rasterstereographie (Oberflächendiagnostik des Rumpfes) / spart Rö-Strahlung

Therapie der Skoliose

Wird von mehreren Faktoren bestimmt / Ursache / Alter / Ausmaß und Verschlechterung der Krümmung / ggf. Beschwerden

Ziel der Behandlung / Vermeidung weiterer Verschlechterung / Beschwerden sowie Spätfolgen an den Benachbarten Bandscheiben sowie am Herzen /Lunge / Verbesserung der Statik sowie Funktion

Konservative Therapie / 90% der Fälle kann konservativ behandelt werden und benötigt keine Operation

Unter 20° Verlaufskontrolle

Zw. 20°-30° spezielle Krankengymnastik und Verlaufskontrolle

Ab 25°-30° Korsett Therapie / Krankengymnastik und Verlaufkontrolle / diese verzögert die Verschlechterung der Skoliose / reduziert das Risiko der Verschlechterung / aber langfristig verbessert den Ausgangswert der Krümmung nicht

Korsett Therapie / konsequentes Tragen bis zum Wachstumsende / 23 Stunden pro Tag / unter ärztlichem Aufsicht beim Ortopädie-Meister mit Erfahrung in diesem Gebiet / regelmäßiges Anpassen des Korsetts abhängig vom Wachstum

Operative Therapie / müssen in Zentren durch Spezialisten – die in den Alltagen langjährige Erfahrungen gesammelt haben – durchgeführt werden

Verschlechterung trozt Korsettbehandlung / skoliosebedingter Schmerzen bei Erwachsenen

OP ab 45°-50° bei doppelbogigen sowie bei Skoliosen im Brustwirbelbereich

Op ab 35°-40° bei Skoliosen im Lendenwirbel- sowie Übergang Brust-Lendenwirbelbereich

Warum? / langjährige klinische und wissanschaftliche Erfahrungen zeigen eine durchschnittliche Verschlechterung von 20°-30° in den nächsten 40 Jahre bei den Skoliosen über 40°-50° während des Wachstums sowie nach dem Wachstumsabschluss

Ziel / bestmögliche, kurzstreckige, primärstabile 3D Aufrichtung der Skoliose mit Implantate / mit dem kleinstmöglichem Risiko / wo die Sicherheit der Patienten maximal in Vordergrund steht / Erfahrungen mit Neurophysiologie während der Operation / diese zusammen brauchen langjährige klinische und operative Erfahrungen

mehr als 1.500 durchgeführte Wirbelsäulenoperationen in den letzten 10 Jahren

Operative Techniken

Abhängig vom Alter/Rigidität der Krümmung/ Strecke der Skoliose/ Ursache der Skoliose / Nebenerkrankungen / Erfahrung des Chirurgen 3 Möglichkeiten

Ventrale(vorderer Zugang) Korrektur:

aktuell und auch historisch eine wichtige Methode / kurze Fusionsstrecke / sehr gute Derotation der WS / gute Korrektur / die obere Brustwirbelsäule lässt sich mit dieser Technik nicht erreichen

Dorsale (hinterer Zugang) Korrektur:

Aktuelles Trend der Skoliosenchirugie / etv. 90% der Operationen /moderne Implantate mit Pedikelschrauben / 3 D Korrektur, auch die Rotation viel besser als früher möglich / die WS ist mit dieser Methode in gesamten Strecke ohne Einschränkungen erreichbar / hat gegen ventrale Techniken praktisch keine Nachteile mehr bezüglich des kosmetischen und funktionellen Ergebnisses

 

Kombiniertes Verfahren:

risikoreicheste Op-Methode / bei hohchgradigen, rigiden Skoliosen / nicht selten in mehreren Sitzungen / ggf. mit Vorbehandlung Halo-Traktion

Irrglauben schlechte Haltung:

Schlechte Haltung ist keine Deformität

Pubertät / Veränderung der Körperschema / bei Mädchen Wachstum der Brüste /nicht selten schämen sie sich und “möchten die Brüste verstecken”

Wachstum des Skeletts ohne ausreichende muskuläre Entwicklung / “ Buckel am Rücken” / muskuläre Insuffizienz / keine Krankheit im Hintergrund

Schlechte Haltung läst sich aktiv, ohne Schmerzen korrigieren

Verbesserung der Haltung durch regelmäßigen Sport, gezielten Kräftigung der tiefen Bauch und Rückenmuskulatur

bei Zweifel oder Fragen empfehle ich das Aufsuchen einen niedergelassenen Orthopäden der ggf. die nötige Diagnostik einleiten kann

Skoliose Spezialist